📰 PolitikCheck Blog · Themen · 23.09.2026
Soll in Deutschland wieder eine Vermögensteuer erhoben werden? — was die Umfragen zeigen
3 erfasste Erhebungen zur Frage „Soll in Deutschland wieder eine Vermögensteuer erhoben werden?" — mit Institut, Stichprobe, Fehlerbereich und dem Fragewortlaut, der die Werte verschiebt.
veröffentlicht am 23.09.2026
Kurz zusammengefasst
- Worum geht es?
- Meinungsforscher haben gefragt: Soll in Deutschland wieder eine Vermögensteuer erhoben werden? Zu dieser Frage sind 3 Erhebungen erfasst.
- Was ändert sich?
- In der jüngsten Erhebung von infratest dimap (27.04.2026) antworteten: 64 % dafür, 29 % dagegen.
- Was heißt das für mich?
- Wichtig beim Lesen: Die Institute stellen die Frage nicht gleich. Schon eine andere Formulierung verschiebt die Zustimmung — Prozentwerte aus verschiedenen Umfragen lassen sich deshalb nicht einfach nebeneinanderlegen.
Beispiele
- Zwei Umfragen zur selben Sache nennen 48 und 55 Prozent Zustimmung. Bevor man daraus einen Stimmungswandel liest, lohnt der Blick auf den Fragetext — oft steckt der Unterschied dort.
- Ein Wert liegt innerhalb des angegebenen Fehlerbereichs über einem anderen. Dann ist das kein Vorsprung, sondern Messrauschen.
Soll in Deutschland wieder eine Vermögensteuer erhoben werden?
Die jüngste erfasste Erhebung stammt von infratest dimap (27.04.2026), befragt wurden 2.084 Personen. Sie ergab: 64 % dafür, 29 % dagegen. Insgesamt sind zu dieser Frage 3 Erhebungen erfasst.
- dafür: 64 % · Quelle: infratest dimap [14.09.26]
- dagegen: 29 % · Quelle: infratest dimap [14.09.26]
Warum unterscheiden sich die Ergebnisse der Institute?
Die Erhebungen liegen zeitlich weit auseinander und fragen unterschiedlich. YouGov fragte im November 2016 nach der (Wieder-)Einführung einer Vermögenssteuer. Im ARD-DeutschlandTrend vom April 2025 ging es um den Vorschlag „Eine Steuer auf hohe Vermögen einführen“; veröffentlicht ist dort nur der Anteil, der das für die richtige Richtung hält. Die Befragung vom April 2026 gehört zur ARD-Aktion „Deine Meinung zählt!“ und richtete sich an die deutschsprachige Bevölkerung ab 16 Jahren, nicht nur an Wahlberechtigte. Zu dieser Aktion gehörte zusätzlich eine Online-Mitmachaktion, an der sich laut WDR mehr als 70.000 Menschen beteiligten – deren Ergebnisse sind hier nicht enthalten; die Werte stammen aus der zufallsbasierten Befragung von infratest dimap. Freibeträge oder Steuersätze nennen die veröffentlichten Frageformulierungen nicht.
- infratest dimap (27.04.2026) fragte: „Es werden derzeit verschiedene Wege diskutiert, die Bürgerinnen und Bürger stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens zu beteiligen. Gehen die folgenden Vorschläge für Sie in die richtige …" · Quelle: infratest dimap [14.09.26]
- infratest dimap (03.04.2025) fragte: „Auf eine ganze Reihe von Punkten konnten sich CDU/CSU und SPD bislang in den Koalitionsverhandlungen nicht einigen. Geben Sie bitte zu den folgenden Dingen an, ob diese in die richtige oder …" · Quelle: infratest dimap [14.09.26]
Wie haben sich die Werte über die Zeit entwickelt?
Zu dieser Frage sind 3 Erhebungen erfasst. Sie weisen ihre Antwortoptionen unterschiedlich aus, ein direkter Zahlenvergleich über die Zeit wäre daher nicht belastbar.
| Institut | Zeitpunkt | Befragte | „dafür" | Fehlerbereich |
|---|---|---|---|---|
| infratest dimap | 27.04.2026 | 2.084 | 64 % | — |
| infratest dimap | 03.04.2025 | 1.334 | — | ±2 Prozentpunkte (bei 10 %), ±3 Prozentpunkte (bei 50 %) |
| YouGov | 25.11.2016 | 1.042 | — | — |
Ein Strich bedeutet: Diese Erhebung weist den Wert nicht aus — entweder hat das Institut ihn nicht veröffentlicht, oder es hat anders gefragt und die Option „dafür" gar nicht abgefragt (siehe den Abschnitt darüber).
- infratest dimap · 27.04.2026 · 2.084 Befragte — 64 % dafür · Quelle: infratest dimap [14.09.26]
- infratest dimap · 03.04.2025 · 1.334 Befragte · Fehlerbereich ±2 Prozentpunkte (bei 10 %), ±3 Prozentpunkte (bei 50 %) · Quelle: infratest dimap [14.09.26]
- YouGov · 25.11.2016 · 1.042 Befragte · Quelle: YouGov [14.09.26]
Was sagen diese Zahlen nicht?
Umfragen zu Sachfragen sind Momentaufnahmen einer Stichprobe, keine Abstimmungsergebnisse und keine Vorhersage. PolitikCheck gibt sie wieder und ordnet ihre Vergleichbarkeit ein — eine eigene Position zur Sachfrage vertreten wir nicht.
Herausgeber: Sebastian Flack · Dieser Beitrag wurde KI-gestützt aus den laufend erhobenen PolitikCheck-Daten erstellt und nach unseren Prüfroutinen gegen die Quelldateien verifiziert. Jede Zahl trägt Quelle und Zugriffsdatum — gefundene Fehler bitte an info@politikcheck-deutschland.de.
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