Stand 07.09.2026, 06:32 Uhr
✉️ Urne gegen Brief
Wer per Brief wählt, wählt anders
Briefwahl 1957
4,9 %
die erste Wahl, bei der es sie gab
Höchststand 2021
47,3 %
fast jede zweite Stimme
Zuletzt 2025
37,0 %
18.497.796 von 49.928.653 Stimmen
Von 4,9 auf 47,3 Prozent
Anteil der Briefwählenden an allen Wählenden bei den 19 Bundestagswahlen seit Einführung der Briefwahl. Der Höchststand liegt bei der Wahl 2021; 2025 ging der Anteil erstmals seit 1990 wieder zurück.
Die Bilanz seit 1957
In wie vielen Bundestagswahlen eine Partei bei den Briefwählenden über ihrem eigenen Urnenwert lag — gezählt über alle Wahlen, an denen sie teilgenommen hat. Die Reihenfolge ist der Anteil dieser Wahlen, nicht die Stärke der Partei.
Bundestagswahl 2025: Urne gegen Brief
Zweitstimmenanteil in den Urnenwahlbezirken gegen den Anteil in den Briefwahlbezirken. Beide Werte sind amtliches Endergebnis.
| Partei | An der Urne | Per Brief | Unterschied |
|---|---|---|---|
| CDU/CSU | 25,7 % | 33,3 % | +7,6 |
| AfD | 25,3 % | 13,2 % | −12,1 |
| SPD | 15,8 % | 17,4 % | +1,6 |
| Grüne | 10,3 % | 13,8 % | +3,5 |
| Linke | 9,4 % | 7,7 % | −1,7 |
| Sonstige | 9,2 % | 10,2 % | +1,0 |
| FDP | 4,3 % | 4,3 % | ±0,0 |
Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026
Auch die Landeswahlleitungen zählen getrennt. Der Abstand fällt dort größer aus als bei jeder Bundestagswahl der Reihe — bei einem Briefwahlanteil von 27,4 %. Vollständige Zahlen auf der Landesseite.
| Partei | An der Urne | Per Brief | Unterschied |
|---|---|---|---|
| AfD | 51,2 % | 24,3 % | −26,9 |
| CDU | 14,5 % | 24,3 % | +9,8 |
| SPD | 7,7 % | 13,5 % | +5,8 |
| Linke | 7,6 % | 11,0 % | +3,4 |
| Grüne | 7,4 % | 12,9 % | +5,5 |
| BSW | 5,00 % | 6,0 % | +1,0 |
| FDP | 2,3 % | 3,3 % | +1,0 |
| FREIE WÄHLER | 1,1 % | 1,4 % | +0,3 |
| Tierschutzpartei | 1,1 % | 1,1 % | ±0,0 |
Wie viel per Brief gewählt wird, hängt vom Land ab
Briefwahlanteil je Bundesland bei der Bundestagswahl 2025 — zwischen 25,6 und 52,2 Prozent liegen 26,6 Punkte.
Was diese Zahlen nicht sagen
Alle Werte auf dieser Seite sind ausgezählte Stimmen, keine Befragung. Genau deshalb sagen sie nur, wie die beiden Gruppen gewählt haben — nicht, warum sie sich unterscheiden. Wer per Brief wählt, entscheidet sich früher, teils Wochen vor dem Wahltag. Alles Weitere über Alter, Wohnort oder Beweggründe steht in keiner amtlichen Quelle, und deshalb steht es auch hier nicht.
Ein Unterschied im Ergebnis ist außerdem kein Hinweis auf einen Fehler. Beide Wege sind gleich gültig, jede Stimme zählt genau einmal; die Trennung dient der Auszählung, nicht der Gewichtung. Was die Zahlen zeigen, ist etwas anderes und für sich genommen bemerkenswert genug: Zwei Gruppen von Wählenden entscheiden unterschiedlich — und wie viele den einen oder anderen Weg nehmen, ist selbst nicht festgelegt.
Quellen
- Bundestagswahlen 1957–2025: Die Bundeswahlleiterin — „Zweitstimmen der Urnen- und Briefwählenden seit 1957", abgerufen am 07.09.2026. Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellennachweis gestattet (© Die Bundeswahlleiterin, Wiesbaden)
- Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Die Landeswahlleiterin des Landes Sachsen-Anhalt, amtliches Ergebnis — Einzelheiten auf der Landesseite.
- Begriffe: Briefwahl · Erst- und Zweitstimme · Wahlbeteiligung
Selbst nachsehen
Die Zahlen dieser Seite hängen an den amtlichen Wahlergebnissen — hier geht es weiter zu den Wahlen selbst.
Häufige Fragen zur Briefwahl
Wählen Briefwähler wirklich anders als Urnenwähler?
Ja, und zwar messbar. Bei der Bundestagswahl 2025 war der größte Abstand AfD: 25,3 % an der Urne, 13,2 % per Brief — −12,1 Punkte. Das sind keine Umfragewerte: Urnen- und Briefwahlbezirke werden getrennt ausgezählt, beide Zahlen sind amtliches Endergebnis.
Warum unterscheiden sich die beiden Gruppen?
Das sagt die amtliche Statistik nicht. Sie zählt Stimmen, sie befragt niemanden. Bekannt ist nur, was in der Sache liegt: Wer per Brief wählt, entscheidet sich früher — teils Wochen vor dem Wahltag und damit vor den letzten Wendungen des Wahlkampfs. Alles Weitere über Alter, Wohnort oder Beweggründe wäre eine Vermutung, und Vermutungen stehen auf dieser Seite nicht.
Wie viele Menschen wählen überhaupt per Brief?
Bei der ersten Wahl mit Briefwahl 1957 waren es 4,9 % aller Wählenden, 2021 mit 47,3 % so viele wie nie, 2025 dann 37,0 % — in Zahlen 18.497.796 von 49.928.653 Stimmen.
Ist die Briefwahl deshalb unfair oder manipulierbar?
Ein Unterschied im Ergebnis ist kein Hinweis auf einen Fehler. Beide Wege sind gleich gültig, beide werden von denselben Wahlvorständen ausgezählt, und jede Stimme zählt genau einmal — die Trennung dient der Auszählung, nicht der Gewichtung. Was die Zahlen zeigen, ist etwas anderes: dass zwei Gruppen von Wählenden unterschiedlich entscheiden. Wie eine Wahl ausgeht, hängt damit auch davon ab, wie viele den einen oder anderen Weg nehmen.
Gilt das auch bei Landtagswahlen?
Ja — die Landeswahlleitungen zählen genauso getrennt. Der jüngste Fall ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Dort lag die stärkste Partei an der Urne bei 51,2 % und per Brief bei 24,3 %.
Siehe auch
Die acht Parteien mit bundesweiter Bedeutung plus SSW (Sitze, Wahlprogramme, Finanzen) sowie Schlüsselpersonen, Regierung, Länder und Werkzeuge zu den Abgeordneten.
Alle Bundestagswahlen seit 1949 — Ergebnisse, Sonntagsfrage, Koalitionsrechner.
Politik-Begriffe — kurz erklärt mit amtlicher Quelle.
Alle verwendeten Quellen kategorisiert + direkt verlinkt.