Stand 26.08.2026
🧮 Transparenz · Methodik
So rechnet PolitikCheck
Umfrage-Schnitt & Trend
Der angezeigte Schnitt je Partei ist der einfache Durchschnitt der zehn jüngsten Sonntagsfragen (alle erfassten Institute, keine Gewichtung nach Hausgröße oder Reichweite — Reichweite sagt nichts über Genauigkeit).
Der Trendpfeil vergleicht diesen jungen Durchschnitt mit der älteren Hälfte desselben Fensters: liegt der junge Wert höher, zeigt der Pfeil nach oben — ein Stimmungs-Indikator, keine Prognose.
Jede Einzelumfrage wird auf Plausibilität geprüft (Summe aller Parteien ≈ 100 %); Ausreißer werden nicht entfernt, sondern bleiben sichtbar — die Spannweite zwischen Instituten ist selbst eine Information.
Grenze: Umfragen sind Momentaufnahmen mit Fehlerbereichen von üblicherweise ±2 bis ±3 Punkten. Der Schnitt glättet Institutseffekte, kann sie aber nicht beseitigen.
Sitz-Rechner (Bund und Länder)
Aus Umfragewerten berechnete Sitze nutzen das Sainte-Laguë/Schepers-Divisorverfahren (geltendes Bundesrecht) bei 630 Sitzen im Bund bzw. der Regelgröße des jeweiligen Landtags; in Ländern mit Hare/Niemeyer oder d'Hondt rechnet der Rechner mit dem dort geltenden Verfahren.
Die 5-%-Sperrklausel wird angewandt; nationale Minderheiten (SSW) sind befreit. Grundmandats-/Direktmandatsklauseln bleiben in den einfachen Länder-Rechnern außen vor, weil sie Wahlkreis-Prognosen bräuchten — wo das die amtliche Zuteilung ändern kann (z. B. Berlin), steht der Hinweis direkt an der Grafik.
Besonderheiten einzelner Länder (Bayern rechnet je Regierungsbezirk, Bremen je Wahlbereich) sind an den jeweiligen Grafiken offen benannt — dort kann die vereinfachte Rechnung von der amtlichen Zuteilung abweichen.
Grenze: Stimmen sind Stimmungen, keine Mandate — der Sitz-Rechner zeigt, was WÄRE, wenn die Umfrage das Ergebnis wäre.
Die Bundestags-Projektion
Die Projektion bildet das geltende Wahlrecht (Reform 2023) dreistufig nach: (1) Qualifikation — eine Partei zieht ein mit ≥ 5 % der Zweitstimmen ODER ≥ 3 Direktmandaten (Grundmandatsklausel) ODER als nationale Minderheit. (2) Oberverteilung — 630 Sitze bundesweit nach Zweitstimmen (Sainte-Laguë). (3) Direktmandate — für jeden der 299 Wahlkreise wird das amtliche Erststimmen-Ergebnis 2025 proportional mit der aktuellen Bundesumfrage skaliert; die stärkste Partei gewinnt den Wahlkreis rechnerisch.
Validierung: Mit den amtlichen Zweit- und Erststimmen der Bundestagswahl 2025 gefüttert, reproduziert das Modell das reale Ergebnis exakt — CDU/CSU 208, AfD 152, SPD 120, Grüne 85, Die Linke 64, SSW 1 — und 298 von 299 Direktsiegern (geprüft 26.07.2026).
Grenze: Der Proportional-Swing verschiebt alle Wahlkreise gleichförmig mit dem Bundestrend — regionale Sonderbewegungen einzelner Wahlkreise kann kein Umfrage-Modell abbilden.
Institut-Genauigkeit
Je Institut gibt es zwei Maße: (1) die letzte Umfrage innerhalb von 30 Tagen vor der Wahl und (2) den Wahlkampf-Schnitt — der Durchschnitt der letzten bis zu fünf Umfragen im 90-Tage-Fenster, ausgewiesen nur ab drei Umfragen. Abweichung je Wahl ist die mittlere absolute Differenz in Prozentpunkten über die verglichenen Parteien, jeweils gegen das amtliche Endergebnis — über 95 ausgewertete Bundestags-, Landtags- und Europawahlen seit 1998.
Zusätzlich weisen wir je Institut die Tendenz je Partei aus (wiederholt zu hoch oder zu niedrig geschätzt?) — nur dort, wo mindestens vier Vergleiche vorliegen. Jeder Einzelwert ist auf der Instituts-Seite nachrechenbar verlinkt.
Grenze: Vergangene Treffgenauigkeit garantiert keine künftige — sie zeigt aber, welche Spannweite realistisch ist.
Abgeordneten-Ranking
Zwei Rechnungen, beide offen: Das gewichtbare Ranking auf der Personen-Seite fasst bis zu 20 Kategorien zusammen (Legislative Aktivität, Bürger-Responsivität, Transparenz & Spenden, Qualifikation & Erfahrung u. a.). Die Vorgabe-Gewichte folgen der Belegbarkeit: hart belegbares Verhalten aus amtlichen Quellen wiegt am höchsten (8), Proxy-Daten mittel (4–6), weiche Wahrnehmungsgrößen niedrig (1–2). Drei Kategorien starten seit dem 19./20.08.2026 mit Gewicht 0 — Wahlversprechen-Einhaltung, Mehrheits-Abgleich und Eigene Initiativen —, weil sie die Regierungs- bzw. Fraktionsrolle abbilden und nicht die Person; sie bleiben sichtbar und lassen sich hochgewichten. Der Score ist das gewichtete Mittel der belegten Kategorien, der Rang-Score multipliziert ihn mit der Datenabdeckung (volle Konfidenz ab sechs belegten Kategorien).
Du bestimmst die Gewichtung selbst — jeder Regler (0–20) überstimmt unsere Vorgabe, gespeichert nur lokal in deinem Browser. Fehlende Daten werden nie erfunden: Kategorien ohne Wert bleiben leer und fließen nicht in den Score ein.
Der Gesamtwert im MdB-Ranking und auf den Profilen ist seit dem 20.08.2026 eine gemeinsame Rechnung aus drei Posten. Erstens das schlichte Mittel der Perzentile (0–100; Mittelrang-Perzentile, Gleichstände teilen sich den Rang) von acht gleich gewichteten, personenbezogenen Faktoren — Anwesenheit bei namentlichen Abstimmungen, Nebentätigkeiten, Antworten auf Bürgerfragen, Debattenbeteiligung, Redekultur, Digitale Präsenz, Erfahrung außerhalb der Politik, Legislative Aktivität (ebenfalls als Perzentil) —, mindestens fünf davon müssen vorliegen. Aufnahme-Regel: Ein Faktor zählt nur, wenn die Fraktionszugehörigkeit weniger als 50 % seiner Streuung erklärt; fünf Faktoren (Wahlkreis-Mandat, Regierungs-Zufriedenheit, Fraktions-Aktivität, Mehrheits-Abgleich, Eigene Initiativen) stehen deshalb nicht im Mittel. Zweitens, seit dem 21.08.2026, ein Bonus/Malus von 2 Punkten je Netto-Punkt (höchstens ±10) — aber nur aus Regeln, die nichts doppelt zählen, kein Fraktionsmerkmal sind und die Verteilung der Fraktionen nicht verschieben; beides wird bei jedem Lauf neu gemessen. Drittens, ebenfalls seit dem 21.08.2026, ein Regierungs-Malus: Abgeordnete der Regierungsfraktionen verlieren (100 − Zufriedenheit mit der Bundesregierung in Prozent)/10 Punkte (ARD-DeutschlandTrend; bei 13 % also 8,7 Punkte), die Opposition nichts — eine offen ausgewiesene redaktionelle Ausnahme von der Aufnahme-Regel, weil Regierungsverantwortung zählen soll; sie ist strukturell neutral und trifft, wer regiert. Kein Kanzler-Malus.
Grenze: Ein Score ist eine Verdichtung — er ersetzt nicht den Blick ins Profil mit den zugrunde liegenden Einzeldaten.
Zum gewichtbaren Ranking → · Zum MdB-Ranking → · Kategorien im Detail →
Weiterlesen: Alle Quellen & Lizenzen · Häufige Fragen · Entwicklungstagebuch
Häufige Fragen zur Methodik
Warum steht die Methodik überhaupt offen im Netz?
Weil eine Zahl ohne Rechenweg eine Behauptung ist. Jede Kennzahl dieser Seite — Umfrage-Schnitt, Sitzrechnung, Projektion, Institut-Genauigkeit, Abgeordneten-Ranking — steht hier mit Formel, Datenquelle und ausgewiesener Grenze. Wer das Ergebnis anzweifelt, kann es nachrechnen statt uns glauben zu müssen. Derzeit sind es 5 Rechenwege.
Was bedeutet die Zeile „Grenze“ unter jedem Abschnitt?
Sie nennt, was der Rechenweg nicht kann. Ein Umfrage-Schnitt gleicht Fehlertoleranzen nicht aus, eine Sitzrechnung kennt keine Überhangmandate, ein Genauigkeits-Ranking bewertet vergangene Wahlen und keine künftigen. Diese Zeile ist bewusst genauso prominent wie die Methode selbst: Wer nur die Formel liest, überschätzt das Ergebnis.
Sind das Prognosen?
Nein. Keiner dieser Rechenwege sagt einen Wahlausgang voraus. Sie übertragen vorhandene Zahlen in eine andere Darstellung — Umfragewerte in Sitze, Einzelerhebungen in einen Schnitt, vergangene Prognosefehler in eine Rangfolge. Was daraus am Wahltag wird, entscheiden die Wähler; deshalb steht an jeder Sitzverteilung „kein Ergebnis“.
Wie oft ändern sich die Zahlen — und was passiert, wenn eine Quelle ausfällt?
Die Datenbestände werden mehrmals täglich nachgezogen; jede Seite trägt ihren Stand. Fällt eine Quelle aus, bleibt der letzte belegte Stand stehen und wird als alt erkennbar — es wird nichts geschätzt und nichts fortgeschrieben. Überwacht wird das von Frische-Wächtern, die eine zu alte Datei melden, statt sie stillschweigend weiterzuzeigen.
Wer prüft, ob die Rechnung stimmt?
Zu jedem Rechenweg gehört ein Prüfskript, das ihn gegen die Rohdaten nachrechnet, und ein Selbsttest, der dem Prüfskript absichtlich verletzte Daten vorlegt — ein Wächter, der nichts mehr findet, fällt damit auf. Rechenfehler, die trotzdem durchkommen, korrigieren wir und schreiben dazu, was falsch war: Hinweise sind willkommen.
Siehe auch
Die acht Parteien mit bundesweiter Bedeutung plus SSW (Sitze, Wahlprogramme, Finanzen) sowie Schlüsselpersonen, Regierung, Länder und Werkzeuge zu den Abgeordneten.
Alle Bundestagswahlen seit 1949 — Ergebnisse, Sonntagsfrage, Koalitionsrechner.
Politik-Begriffe — kurz erklärt mit amtlicher Quelle.
Alle verwendeten Quellen kategorisiert + direkt verlinkt.