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Stand 13.10.2026, 05:13 Uhr

🧮 Transparenz · Methodik

So rechnet PolitikCheck

Quellen und Lizenzen: /quellen
Belegte Rohdaten sind die halbe Transparenz — hier steht die andere Hälfte: jeder Rechenweg offengelegt, mit seinen Grenzen. Beschrieben ist die tatsächliche Implementierung; ändert sich ein Verfahren, wird diese Seite mitgezogen.

Umfrage-Schnitt & Trend

Der angezeigte Schnitt je Partei ist der Durchschnitt über die Institute: je Institut zählt nur die jüngste Sonntagsfrage der letzten 30 Tage (seit 18.09.2026; davor die zehn jüngsten Erhebungen, bei denen ein Institut mehrfach zählen konnte). Seit dem 21.07.2026 zählen die Institute darin nach ihrer Treffsicherheit bei vergangenen Wahlen leicht unterschiedlich: Die Gewichte bleiben in enger Spanne (rund 0,9 bis 1,15) und werden zum Gesamtmittel hin geschrumpft — je dünner die Datenlage eines Hauses, desto stärker. Hausgröße oder Reichweite spielen keine Rolle; jede Einzelumfrage bleibt ungewichtet sichtbar, gewichtet wird nur der Schnitt.

Der Trendpfeil vergleicht diesen Schnitt mit dem Schnitt derselben Institute eine Erhebung früher (je Institut die Erhebung davor, höchstens zehn Institute). Liegt der aktuelle Wert höher, zeigt der Pfeil nach oben — ein Stimmungs-Indikator, keine Prognose. Liefern weniger als drei Institute im 30-Tage-Fenster, gilt ersatzweise die frühere Regel: Schnitt über die zehn jüngsten Erhebungen, Pfeil gegen die zehn davor.

Jede Einzelumfrage wird auf Plausibilität geprüft (Summe aller Parteien ≈ 100 %); Ausreißer werden nicht entfernt, sondern bleiben sichtbar — die Spannweite zwischen Instituten ist selbst eine Information.

Grenze: Umfragen sind Momentaufnahmen mit Fehlerbereichen von üblicherweise ±2 bis ±3 Punkten. Der Schnitt glättet Institutseffekte, kann sie aber nicht beseitigen.

Zu den Umfragen →Institut-Genauigkeit →

Sitz-Rechner (Bund und Länder)

Aus Umfragewerten berechnete Sitze nutzen das Sainte-Laguë/Schepers-Divisorverfahren (geltendes Bundesrecht) bei 630 Sitzen im Bund bzw. der Regelgröße des jeweiligen Landtags; in Ländern mit Hare/Niemeyer oder d'Hondt rechnet der Rechner mit dem dort geltenden Verfahren.

Die 5-%-Sperrklausel wird angewandt; nationale Minderheiten (SSW) sind befreit. Grundmandats-/Direktmandatsklauseln bleiben in den einfachen Länder-Rechnern außen vor, weil sie Wahlkreis-Prognosen bräuchten — wo das die amtliche Zuteilung ändern kann (z. B. Berlin), steht der Hinweis direkt an der Grafik.

Besonderheiten einzelner Länder (Bayern rechnet je Regierungsbezirk, Bremen je Wahlbereich) sind an den jeweiligen Grafiken offen benannt — dort kann die vereinfachte Rechnung von der amtlichen Zuteilung abweichen.

Grenze: Stimmen sind Stimmungen, keine Mandate — der Sitz-Rechner zeigt, was WÄRE, wenn die Umfrage das Ergebnis wäre.

Zur Projektion →Landtags-Umfragen →

Die Bundestags-Projektion

Die Projektion bildet das geltende Wahlrecht (Reform 2023) dreistufig nach: (1) Qualifikation — eine Partei zieht ein mit ≥ 5 % der Zweitstimmen ODER ≥ 3 Direktmandaten (Grundmandatsklausel) ODER als nationale Minderheit. (2) Oberverteilung — 630 Sitze bundesweit nach Zweitstimmen (Sainte-Laguë). (3) Direktmandate — für jeden der 299 Wahlkreise wird das amtliche Erststimmen-Ergebnis 2025 mit der aktuellen Bundesumfrage fortgeschrieben — seit 17.09.2026 „gemischt“ aus proportionalem (Basis mal Umfrage geteilt durch Ergebnis) und einheitlichem Swing (Basis plus Differenz), leicht regionalisiert mit Landtags-Sonntagsfragen (Gewicht je Land nach Datenlage, höchstens 0,25); die stärkste Erststimmen-Kraft gewinnt den Wahlkreis rechnerisch.

Rücktest als Maßstab: Mit der amtlich auf die 2025er Wahlkreise umgerechneten Bundestagswahl 2021 und den zwölf Instituts-Endumfragen vom Februar 2025 trifft das Modell 257 von 299 Direktsiegern und 275 von 299 stärksten Kräften der Bundestagswahl 2025 (bisheriger Rechenweg: 250 und 271). Die Sitzabweichung stammt aus der Umfrage-Abweichung, nicht aus dem Modell — dafür rechnet die Seite 400 mögliche Wahlabende mit der gemessenen Streuung der Institute seit 1998 und zeigt Sitzspannen und Wahlkreis-Sicherheit. Rechenweg und Tabelle: /projektion, Reiter „Methodik & Quellen“.

Validierung: Mit den amtlichen Zweit- und Erststimmen der Bundestagswahl 2025 gefüttert, reproduziert das Modell das reale Ergebnis exakt — CDU/CSU 208, AfD 152, SPD 120, Grüne 85, Die Linke 64, SSW 1 — und alle 299 Direktsieger (nachgemessen 17.09.2026 mit dem gemischten Swing; Wächter-Test in der Testsuite).

Grenze: Der Swing verschiebt alle Wahlkreise mit dem Bundestrend, nur leicht regionalisiert durch Landtags-Umfragen — Sonderbewegungen einzelner Wahlkreise, Kandidatenwirkung und Wahlbeteiligung kann kein Umfrage-Modell abbilden; die Sitzspannen zeigen allein den Umfragefehler, keine regionalen Fehler.

Zur Projektion →

Institut-Genauigkeit

Je Institut gibt es zwei Maße: (1) die letzte Umfrage innerhalb von 30 Tagen vor der Wahl und (2) den Wahlkampf-Schnitt — der Durchschnitt der letzten bis zu 5 Umfragen im 90-Tage-Fenster, ausgewiesen nur ab 3 Umfragen. Abweichung je Wahl ist die mittlere absolute Differenz in Prozentpunkten über die verglichenen Parteien, jeweils gegen das amtliche Endergebnis — ausgewertet für 97 Bundestags-, Landtags- und Europawahlen seit 1998.

Zusätzlich weisen wir je Institut die Tendenz je Partei aus (wiederholt zu hoch oder zu niedrig geschätzt?) — nur dort, wo mindestens 4 Vergleiche vorliegen. Jeder Einzelwert ist auf der Instituts-Seite nachrechenbar verlinkt.

Grenze: Vergangene Treffgenauigkeit garantiert keine künftige — sie zeigt aber, welche Spannweite realistisch ist.

Zu den Instituten →

Abgeordneten-Ranking

Zwei Rechnungen — im Einsatz ist derzeit nur die zweite. Der Gesamtwert im MdB-Ranking und auf den Profilen (dritter Absatz) wird laufend berechnet und angezeigt. Das gewichtbare Ranking mit den Reglern, das dieser Absatz beschreibt, ist seit dem 21.06.2026 nicht öffentlich; wir dokumentieren es weiter, weil es gebaut ist und zurückkommen kann, aber benutzen kann es zurzeit niemand. So rechnet es: Es fasst zehn Kategorien zusammen (Legislative Aktivität, Bürger-Responsivität, Transparenz & Spenden, Qualifikation & Erfahrung u. a.; fünf Kategorien ohne belegbare Quelle sind am 17.09.2026 entfallen). Die Vorgabe-Gewichte folgen der Belegbarkeit: hart belegbares Verhalten aus amtlichen Quellen wiegt am höchsten (8), Proxy-Daten mittel (4–6), weiche Wahrnehmungsgrößen niedrig (1–2). Zwei Kategorien starten seit dem 19./20.08.2026 mit Gewicht 0 — Wahlversprechen-Einhaltung und Mehrheits-Abgleich (Eigene Initiativen zählt seit dem 27.08.2026 wieder mit, als Rang innerhalb der eigenen Fraktion) —, weil sie die Regierungs- bzw. Fraktionsrolle abbilden und nicht die Person; sie bleiben sichtbar und lassen sich hochgewichten. Der Score ist das gewichtete Mittel der belegten Kategorien, der Rang-Score multipliziert ihn mit der Datenabdeckung (volle Konfidenz ab sechs belegten Kategorien).

In dieser Rechnung bestimmst du die Gewichtung selbst — jeder Regler (0–20) überstimmt die Vorgabe, gespeichert nur lokal im Browser. Auch das gilt erst wieder, wenn die Regler zurück sind. Was unabhängig davon immer gilt: Fehlende Daten werden nie erfunden. Kategorien ohne Wert bleiben leer und fließen nicht in den Score ein.

Der Gesamtwert im MdB-Ranking und auf den Profilen ist seit dem 20.08.2026 eine gemeinsame Rechnung aus drei Posten. Erstens das schlichte Mittel der Perzentile (0–100; Mittelrang-Perzentile, Gleichstände teilen sich den Rang) von neun gleich gewichteten, personenbezogenen Faktoren — Anwesenheit bei namentlichen Abstimmungen, Nebentätigkeiten, Antworten auf Bürgerfragen, Debattenbeteiligung, Redekultur, Digitale Präsenz, Erfahrung außerhalb der Politik, Ausschussarbeit (ebenfalls als Perzentil), Parlamentarische Initiative —, mindestens fünf davon müssen vorliegen. Der Faktor Antworten auf Bürgerfragen ist seit dem 08.10.2026 allein die Antwortquote aus den Zählern der abgeordnetenwatch-API über alle Wahlperioden einer Person (nicht nur die 21.); die Bewertung der Antworttexte und die Antwortzeit (Faktor vom 16.09. bis 08.10.2026) sind entfallen, weil abgeordnetenwatch.de die Fragen und Antworten nicht zur maschinellen Weiterverarbeitung freigibt. Liefert die API den Antwort-Zähler einer Person nicht, bleibt der Faktor für sie leer und fällt aus dem Mittel — er wird nicht als 0 gewertet. Aufnahme-Regel: Ein Faktor zählt nur, wenn die Fraktionszugehörigkeit weniger als 50 % seiner Streuung erklärt; vier Faktoren (Wahlkreis-Mandat, Regierungs-Zufriedenheit, Fraktions-Aktivität, Mehrheits-Abgleich) stehen deshalb nicht im Mittel. Zweitens, seit dem 21.08.2026, ein Bonus/Malus von 2 Punkten je Netto-Punkt (höchstens ±10) — aber nur aus Regeln, die nichts doppelt zählen, kein Fraktionsmerkmal sind und die Verteilung der Fraktionen nicht verschieben; beides wird bei jedem Lauf neu gemessen. Drittens, ebenfalls seit dem 21.08.2026, ein Regierungs-Malus: Abgeordnete der Regierungsfraktionen verlieren (100 − Zufriedenheit mit der Bundesregierung in Prozent)/10 Punkte (ARD-DeutschlandTrend; bei 10 % also 9,0 Punkte), die Opposition nichts — eine offen ausgewiesene redaktionelle Ausnahme von der Aufnahme-Regel, weil Regierungsverantwortung zählen soll; sie ist strukturell neutral und trifft, wer regiert. Kein Kanzler-Malus.

Grenze: Ein Score ist eine Verdichtung — er ersetzt nicht den Blick ins Profil mit den zugrunde liegenden Einzeldaten.

Zum MdB-Ranking →

Volkspartei-Index

Jeder Faktor des Index rechnet Basiswert ± Trendkomponente; die Trendkomponente ist die Entwicklung der letzten Jahre geteilt durch eine feste Spanne, höchstens ±1, mal 10 Punkte — ein Trend hebt oder senkt einen Faktor also um höchstens 10 Punkte.

Stimmenanteile werden von 5 Prozent (Sperrklausel, 0 Punkte) bis 45 Prozent (Volkspartei-Hochphase, volle Punktzahl) linear skaliert. Die Wählerstärke mischt 0,65 × Durchschnitt der letzten drei Bundestagswahlen mit 0,35 × Durchschnitt der jüngsten Landtagswahlen aller 16 Länder; wo eine Partei nicht antritt, zählt dort 0 Prozent.

Die drei Beliebtheits-Faktoren (Spitzenpersonal, Bundesregierung, Bundeskanzler) haben ihren neutralen Anker bei 50 Prozent Zufriedenheit: darüber Bonus, darunter Malus, in beide Richtungen gleich stark (seit 18.07.2026; vorher zählte Unzufriedenheit doppelt).

Grenze: Der Index ist eine redaktionelle Verdichtung mit festgelegten Gewichten; Gewichte, Spannen und der Bonus für die stärkste Kraft sind Setzungen und als solche auf der Seite ausgewiesen.

Zum Index mit voller Herleitung →

Weiterlesen: Alle Quellen & Lizenzen · Häufige Fragen · Entwicklungstagebuch

Häufige Fragen zur Methodik

Warum steht die Methodik überhaupt offen im Netz?

Weil eine Zahl ohne Rechenweg eine Behauptung ist. Jede Kennzahl dieser Seite — Umfrage-Schnitt, Sitzverteilung, Projektion, Institut-Genauigkeit, MdB-Ranking, Volkspartei-Index — steht hier mit Formel, Datenquelle und ausgewiesener Grenze. Wer das Ergebnis anzweifelt, kann es nachrechnen statt uns glauben zu müssen. Derzeit sind es 6 Rechenwege.

Was bedeutet die Zeile „Grenze“ unter jedem Abschnitt?

Sie nennt, was der Rechenweg nicht kann. Ein Umfrage-Schnitt gleicht Fehlertoleranzen nicht aus, eine Sitzrechnung kennt keine Überhangmandate, ein Genauigkeits-Ranking bewertet vergangene Wahlen und keine künftigen. Diese Zeile ist bewusst genauso prominent wie die Methode selbst: Wer nur die Formel liest, überschätzt das Ergebnis.

Sind das Prognosen?

Nein. Keiner dieser Rechenwege sagt einen Wahlausgang voraus. Sie übertragen vorhandene Zahlen in eine andere Darstellung — Umfragewerte in Sitze, Einzelerhebungen in einen Schnitt, vergangene Prognosefehler in eine Rangfolge. Was daraus am Wahltag wird, entscheiden die Wähler; deshalb steht an jeder Sitzverteilung „kein Ergebnis“.

Wie oft ändern sich die Zahlen — und was passiert, wenn eine Quelle ausfällt?

Die Datenbestände werden mehrmals täglich nachgezogen; jede Seite trägt ihren Stand. Fällt eine Quelle aus, bleibt der letzte belegte Stand stehen und wird als alt erkennbar — es wird nichts geschätzt und nichts fortgeschrieben. Überwacht wird das von Frische-Wächtern, die eine zu alte Datei melden, statt sie stillschweigend weiterzuzeigen.

Wer prüft, ob die Rechnung stimmt?

Zu jedem Rechenweg gehört ein Prüfskript, das ihn gegen die Rohdaten nachrechnet, und ein Selbsttest, der dem Prüfskript absichtlich verletzte Daten vorlegt — ein Wächter, der nichts mehr findet, fällt damit auf. Rechenfehler, die trotzdem durchkommen, korrigieren wir und schreiben dazu, was falsch war: Hinweise sind willkommen.

Siehe auch

Echte Demokratie lebt vom Mitmachen.

Von der Kontrolle der Politiker über das Engagement jedes Einzelnen bis zum konkreten Aktivwerden — jede Stimme zählt.

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