Das Ergebnis der Stichwahl vom 19. Juli 2026
Zur Stichwahl standen die beiden Wahlvorschläge, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten hatten. Christian Hofmann erhielt 2.631 Stimmen und damit 69,6 Prozent der gültigen Stimmen. Auf Thomas Pfeifer entfielen 1.147 Stimmen oder 30,4 Prozent. Zwischen beiden lagen 1.484 Stimmen.
Von den 6.670 Wahlberechtigten gaben 3.807 einen Stimmzettel ab. 29 Stimmzettel waren ungültig, 3.778 gültig. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 57,1 Prozent.
Alle 16 Wahlbezirke haben ihre Zahlen gemeldet. Die Werte stammen aus den Schnellmeldungen, die die Gemeinde noch am Wahlabend als offene Daten veröffentlicht. Die förmliche Feststellung des Wahlergebnisses ist ein eigener, späterer Schritt — solange die Quelle sie nicht ausweist, schreiben wir hier nicht „amtliches Endergebnis". Die Grafik oben liest den Bestand und zeigt eine spätere Korrektur automatisch mit an.
Ausgezählt16 von 16 Wahlbezirken (100,0 %)
- Christian Hofmann69,6 %2.631
- Thomas Pfeifer30,4 %1.147
- Wahlberechtigte
- 6.670
- Wähler
- 3.807
- Beteiligung
- 57,1 %
- ungültig
- 29
Vorsprung 1.484 Stimmen (39,2 Punkte) von 3.778 gültigen Stimmen. Amtliches Ergebnis ↗
Namen wörtlich aus der amtlichen Datei — je Zeile entweder die Person oder die nominierende Gruppe; eine Parteizugehörigkeit ist daraus nicht ablesbar.
Wie die 16 Wahlbezirke abgestimmt haben
Die Gemeinde ist in 14 Urnenwahlbezirke und zwei Briefwahlbezirke aufgeteilt. Die amtliche Datei weist die Stimmen für jeden dieser Bezirke einzeln aus. In allen 16 Bezirken lag Christian Hofmann vorn.
Am knappsten fiel das im Ortsteil Gersprenz aus: 28 gültige Stimmen für Hofmann, 27 für Pfeifer — ein Unterschied von einer Stimme. Den höchsten Stimmenanteil erreichte Hofmann im Ortsteil Rohrbach mit 61 von 65 gültigen Stimmen. In den drei Kernbezirken Reichelsheim I bis III entfielen auf Hofmann 163, 173 und 176 Stimmen, auf Pfeifer 112, 98 und 106.
Für 1.802 der 3.807 Wählerinnen und Wähler ist ein Wahlschein vermerkt. In den beiden Briefwahlbezirken wurden 1.791 Stimmzettel ausgezählt; von den 1.772 gültigen entfielen 1.223 auf Hofmann und 549 auf Pfeifer.
Eine Wahlbeteiligung je Bezirk lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten, und wir weisen deshalb keine aus: Wer per Briefwahl abstimmt, wird in seinem Wohnbezirk als wahlberechtigt geführt, seine Stimme zählt aber im Briefwahlbezirk. Die Bezirkszahlen tragen also die Stimmen, nicht die Beteiligung.
Der erste Wahlgang am 28. Juni 2026
Drei Wochen zuvor hatten sich vier Wahlvorschläge zur Wahl gestellt. Christian Hofmann kam auf 1.922 Stimmen (47,7 Prozent), Thomas Pfeifer auf 1.063 Stimmen (26,4 Prozent). Zwei weitere Wahlvorschläge erhielten 763 Stimmen (18,9 Prozent) und 284 Stimmen (7,0 Prozent).
Für eine Entscheidung im ersten Wahlgang wäre mehr als die Hälfte der 4.032 gültigen Stimmen nötig gewesen, also mindestens 2.017. Dem Bestplatzierten fehlten dafür 95 Stimmen. Damit war eine Stichwahl erforderlich.
Im ersten Wahlgang waren 6.656 Menschen wahlberechtigt, 4.052 gaben eine Stimme ab — eine Beteiligung von 60,9 Prozent. Zur Stichwahl kamen 245 Wählerinnen und Wähler weniger. Zwischen den beiden Terminen stieg die Zahl der Wahlberechtigten um 14 auf 6.670.
Zu den beiden weiteren Wahlvorschlägen führt das amtliche Ergebnis keinen Personennamen, sondern die Bezeichnung der vorschlagenden Partei oder Wählergruppe. Wer dort jeweils kandidierte, geht aus den amtlichen Daten nicht hervor — wir tragen deshalb keine Namen nach. Umgekehrt gilt dasselbe: Ob und für welche Partei die beiden Bestplatzierten angetreten sind, steht in den Daten nicht, und wir ordnen sie keiner zu.
Ein Hinweis zur Nachprüfbarkeit: Die amtliche Datei zum ersten Wahlgang enthält auf dem Server der Gemeinde inzwischen keine Zahlen mehr — sie führt nur noch den Wahlnamen und die Zahl der erwarteten Meldungen. Die hier genannten Werte stammen aus unserem Ergebnisarchiv, das dieselbe Datei am 16. Juli 2026 abgerufen hat, als sie noch vollständig war.
Ausgezählt16 von 16 Wahlbezirken (100,0 %)
- Christian Hofmann47,7 %1.922
- Thomas Pfeifer26,4 %1.063
- Christlich Demokratische Union Deutschlands-Reichelsheimer Wähler-Gemeinschaft18,9 %763
- Sozialdemokratische Partei Deutschlands7,0 %284
- Wahlberechtigte
- 6.656
- Wähler
- 4.052
- Beteiligung
- 60,9 %
- ungültig
- 20
Vorsprung 859 Stimmen (21,3 Punkte) von 4.032 gültigen Stimmen. Amtliches Ergebnis ↗
Namen wörtlich aus der amtlichen Datei — je Zeile entweder die Person oder die nominierende Gruppe; eine Parteizugehörigkeit ist daraus nicht ablesbar.
Wie oft eine Stichwahl überhaupt nötig wird
Dass ein erster Wahlgang niemanden ins Amt bringt, ist kein Ausnahmefall. Die folgende Grafik wertet alle Bürgermeister-Direktwahlen in unserem Ergebnisarchiv aus und zeigt, wie häufig der Bestplatzierte die 50-Prozent-Marke schon im ersten Anlauf überschreitet. Reichelsheim gehört zu den Fällen darunter — die Grafik führt die Wahl selbst mit auf.
Die Zahlen darin sind keine feste Angabe, sondern werden bei jedem Aufruf neu aus dem Bestand gerechnet. Sie ändern sich also mit, sobald weitere Wahlen ins Archiv kommen.
Ergebnis des Bestplatzierten im ersten Wahlgang. Alles unterhalb der 50-Prozent-Linie bedeutet: Der erste Wahlgang hat noch niemanden ins Amt gebracht. Stichwahlen selbst sind nicht mitgezählt.
- unter 40 %1 (2 %)
- 40 bis unter 50 %8 (16 %)
- 50 bis unter 60 %12 (24 %)
- 60 bis unter 80 %16 (32 %)
- 80 % und mehr13 (26 %)
9 von 50 Wahlen (18 %) endeten im ersten Wahlgang ohne absolute Mehrheit — die orangefarbenen Balken. In den meisten Bundesländern folgt darauf ein zweiter Wahlgang.
- Gemeinde Reichelsheim (Odenwald) · Hessen · 28.06.202647,7 %
- Gemeinde Nonnweiler · Saarland · 31.05.202646,4 %
- Stadt Alpirsbach · Baden-Württemberg · 22.06.202549 %
- Gemeinde Altenstadt · Hessen · 09.06.202448,7 %
- Stadt Alpirsbach · Baden-Württemberg · 14.04.202440,3 %
- Stadt Allstedt · Sachsen-Anhalt · 11.02.202443,1 %
- Stadt Arendsee (Altmark) · Sachsen-Anhalt · 24.09.202333,2 %
- Stadt Albstadt · Baden-Württemberg · 05.03.202342,6 %
Grundlage: 50 amtlich abgeschlossene Bürgermeister-Direktwahlen aus 7 Bundesländern im PolitikCheck-Archiv. Keine repräsentative Stichprobe aller deutschen Bürgermeisterwahlen — Kommunen ohne votemanager-Veröffentlichung fehlen. alle Ergebnisse und Termine
Vier Namen auf dem Stimmzettel
Warum es in Reichelsheim zur Stichwahl kam, lässt sich ohne jede Vermutung über die Wählerschaft erklären — es ist eine Frage der Arithmetik. In Reichelsheim standen vier Wahlvorschläge zur Wahl. Je mehr Namen auf dem Stimmzettel stehen, desto seltener erreicht einer davon mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen.
Auch dieser Zusammenhang steht nicht als Behauptung im Text, sondern wird aus dem Archiv ausgezählt:
Anteil der Wahlen, bei denen der Bestplatzierte schon im ersten Wahlgang über 50 Prozent kam — aufgeschlüsselt danach, wie viele Namen auf dem Stimmzettel standen.
- nur ein Bewerber9 von 9 Wahlen100 %
- zwei Bewerber16 von 16 Wahlen100 %
- drei Bewerber6 von 8 Wahlen75 %
- vier und mehr10 von 17 Wahlen59 %
Der Zusammenhang ist keine Meinung, sondern Arithmetik: Bei zwei Bewerbern muss einer von beiden über die Hälfte kommen, sofern es keinen Gleichstand gibt. Verteilen sich die Stimmen auf fünf Namen, reicht der erste Platz oft nur für ein Drittel.
Grundlage: 50 amtlich abgeschlossene Bürgermeister-Direktwahlen aus 7 Bundesländern im PolitikCheck-Archiv. Keine repräsentative Stichprobe aller deutschen Bürgermeisterwahlen — Kommunen ohne votemanager-Veröffentlichung fehlen. alle Ergebnisse und Termine
Die Wahlbeteiligung im Vergleich
57,1 Prozent in der Stichwahl, 60,9 Prozent im ersten Wahlgang: Wie sich diese beiden Werte zu anderen Bürgermeisterwahlen und zur Bundestagswahl verhalten, zeigt die Grafik unten. Sie rechnet den Vergleich bei jedem Aufruf neu aus dem Archiv — deshalb steht hier keine feste Vergleichszahl daneben.
Ein Muster ist in den Daten durchgängig zu sehen: Kommunale Direktwahlen erreichen einen deutlich geringeren Anteil der Wahlberechtigten als die Bundestagswahl.
Wie viele Wahlberechtigte bei den Bürgermeisterwahlen im Archiv tatsächlich abgestimmt haben — verglichen mit dem amtlichen Bundesschnitt der Bundestagswahl 2025.
- unter 40 %8
- 40 bis unter 50 %11
- 50 bis unter 60 %11
- 60 bis unter 70 %15
- 70 % und mehr5
- Mittelwert Bürgermeisterwahlen (Median)
- 55,1 %
- Bundestagswahl 2025, Bundesschnitt
- 82,5 %
49 von 50 Bürgermeisterwahlen blieben unter dem Bundesschnitt der Bundestagswahl. Noch deutlicher wird es im Vergleich mit dem schwächsten der 299 Bundestagswahlkreise (73,4 %): Diesen Wert erreichten nur 4 der Bürgermeisterwahlen.
Grundlage: 50 amtlich abgeschlossene Bürgermeister-Direktwahlen aus 7 Bundesländern im PolitikCheck-Archiv. Keine repräsentative Stichprobe aller deutschen Bürgermeisterwahlen — Kommunen ohne votemanager-Veröffentlichung fehlen. alle Ergebnisse und Termine
Warum diese Wahl einen eigenen Artikel bekommt
Reichelsheim ist eine kleine Gemeinde: 6.670 Wahlberechtigte. Damit liegt sie unter der Größe, ab der wir einer Kommunalwahl regelmäßig einen eigenen Artikel widmen — das sind 10.000 Wahlberechtigte. Diesen Artikel gibt es trotzdem, weil ein zweites Kriterium greift: Es war eine Stichwahl.
Neben der Größe führen vier Besonderheiten zu einem eigenen Artikel:
Stichwahl
Die Wahl war eine Stichwahl — oder im ersten Wahlgang erreichte niemand die absolute Mehrheit, sodass eine nötig wird. Das ist der Grund für diesen Artikel.
Knappes Ergebnis
Zwischen den beiden vorderen Wahlvorschlägen lagen höchstens zwei Prozentpunkte.
Andere stärkste Kraft
Stärkste Kraft wurde eine andere Partei als bei der Wahl zuvor. Bei örtlichen Wählergruppen wenden wir das Kriterium nicht an — deren Schreibweisen ändern sich, ohne dass sich etwas ändert.
Sprung in der Beteiligung
Die Wahlbeteiligung wich um mindestens zehn Prozentpunkte von derselben Wahl im selben Gebiet zuvor ab.
Wahlen ohne eigenen Artikel fehlen nicht
Wahlen, die weder die eine noch die andere Hürde nehmen, verschwinden nicht. Sie stehen mit vollständigem Ergebnis im Sammelbeitrag zum jeweiligen Wahltag — sie bekommen einen Absatz statt einer eigenen Seite.
Zusätzlich gilt eine Obergrenze je Wahltag: An einem großen Kommunalwahlsonntag reißen mehr Wahlen die Schwelle, als sich schreiben lassen. Wo diese Grenze greift, steht im Sammelbeitrag, wie viele Wahlen sie verdrängt hat. Das vollständige Kriterium mit allen Zahlen steht offen auf der Übersicht zu den Kommunalwahlen.
Was das Amt bedeutet
In Hessen wird die Spitze der Gemeindeverwaltung direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt — nicht vom Gemeindeparlament bestimmt. Erreicht im ersten Wahlgang niemand mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, folgt eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten. Genau dieser Fall trat hier ein.
Welche Aufgaben mit dem Amt verbunden sind, wie es sich zum Gemeinderat / Stadtrat verhält und warum die Regeln dafür von Bundesland zu Bundesland verschieden sind, steht ausführlich im Artikel Bürgermeisterin / Bürgermeister.