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📰 PolitikCheck Blog · Bundestagssitzungen · 15.10.2026

102. Sitzung des Bundestages am 15. Oktober 2026

Was am 15. Oktober 2026 im Bundestag gesprochen wurde: 134 Redebeiträge von 134 Abgeordneten, vor allem zu Wirtschaft & Finanzen und Innere Sicherheit — mit Wortlaut und Quelle.

veröffentlicht am 15.10.2026

← 14.10.26

Kurz zusammengefasst

Worum geht es?
Der Bundestag kam am Donnerstag, 15. Oktober 2026, zu seiner 102. Sitzung zusammen. Am Morgen ging es um die Reform der Notfallversorgung. Danach debattierte er einen Antrag der AfD zu Kosten und Nutzen der Zuwanderung, eine BAföG-Reform der Bundesregierung und Anträge von Grünen und Linken zu Familien und zum Mutterschutz für Selbstständige. CDU/CSU und SPD verlangten eine Aktuelle Stunde, also eine kurze Debatte zu einem aktuellen Thema: Spionage, Sabotage und hybride Angriffe. Später ging es um ein Gesetz zur digitalen Identität, um zwei Anträge der AfD zu Gasspeichern und Kohlestrom, um die Bundeswehreinsätze im Roten Meer und im Südsudan, um Energiearmut, um die Pflege und um den CO2-Preis beim Tanken und Heizen. Am Abend folgten ein Antrag der Grünen zur Türkei, ein Gesetzentwurf zur Stärkung der Reserve der Bundeswehr, ein Antrag der AfD zum Deutschen Verlagspreis und ein Gesetz zur Begleitung von Opfern schwerer Straftaten im Strafverfahren.
Was ändert sich?
Der Bundestag beschloss drei Gesetze. Das erste ist die Reform der Notfallversorgung der Bundesregierung (Plenarprotokoll 21/102, S. 12782). In der Schlussabstimmung stimmten laut Protokoll CDU/CSU, Grüne und SPD dafür. Linke und AfD enthielten sich. Ein Änderungsantrag und ein Entschließungsantrag der AfD scheiterten. Nur die AfD stimmte dafür. Einen eigenen Gesetzentwurf der Grünen zur Notfallversorgung lehnte der Bundestag ab. Dafür stimmten die Grünen, die Linke enthielt sich, SPD, CDU/CSU und AfD stimmten dagegen (S. 12782). Das zweite ist das Digitale Identitätengesetz. Es regelt eine digitale Brieftasche für die Identität nach EU-Vorgaben (S. 12859). Dafür stimmten SPD und CDU/CSU, dagegen Linke, Grüne und AfD. Mit denselben Mehrheiten nahm der Bundestag eine Entschließung dazu an. Das ist eine Erklärung ohne Gesetzeskraft. Entschließungsanträge von Grünen und Linken scheiterten. Das dritte Gesetz ändert das Brennstoffemissionshandelsgesetz. Es regelt den CO2-Preis beim Tanken und Heizen. In der zweiten Beratung stellte die Sitzungsleitung fest: Dafür stimmten CDU/CSU, Grüne und SPD, dagegen die AfD, die Linke enthielt sich (S. 12909). Die Grünen erklärten danach schriftlich, ihr Votum laute Ablehnung (Erklärung der Abgeordneten Anja Reinalter im Namen der Fraktion, S. 13005). Die AfD verlangte für die Schlussabstimmung eine namentliche Abstimmung. Dabei wird jede Stimme mit Namen erfasst. Das endgültige Ergebnis: 303 Ja, 210 Nein, 52 Enthaltungen (S. 12916; zuerst verlesen waren 304 Ja- und 211 Nein-Stimmen). Laut Namensliste kamen die Ja-Stimmen von CDU/CSU und SPD, die Nein-Stimmen von AfD, Grünen und zwei Fraktionslosen, die Enthaltungen von der Linken. Eine Entschließung dazu nahm der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD an. Grüne und AfD stimmten dagegen, die Linke enthielt sich (S. 12919). In zwei weiteren namentlichen Abstimmungen verlängerte der Bundestag Einsätze der Bundeswehr. Für den EU-Einsatz ASPIDES zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer stimmten 421 Abgeordnete, 66 dagegen, 90 enthielten sich (S. 12883). Laut Namensliste enthielten sich die Grünen, die Linke stimmte mit Nein, die AfD überwiegend mit Ja. Für den UN-Einsatz UNMISS im Südsudan stimmten 496, dagegen 73, 4 enthielten sich (endgültiges Ergebnis, S. 12900; zuerst verlesen waren 495 Ja-Stimmen). Laut Namensliste stimmte die Linke mit Nein, die AfD überwiegend mit Ja. Die Zahlen je Fraktion zeigt die Übersicht der namentlichen Abstimmungen. Gewählt wurde auch. Zu Beginn wählte der Bundestag ohne Widerspruch Abgeordnete in drei Gremien: Tilman Kuban, Inge Gräßle, Joachim Ebmeyer, Fabian Gramling und Marvin Schulz in den Beirat bei der Bundesnetzagentur, Johannes Rothenberger, Tilman Kuban und Katrin Staffler in die Parlamentarische Versammlung des Europarates, Nancy Faeser und Helge Lindh in den Stiftungsrat der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte (S. 12769). Mit Stimmkarten wählte er den Stiftungsrat der Bundesstiftung Bauakademie. Gewählt sind Michael Kießling, Lars Rohwer, Hendrik Bollmann und Kassem Taher Saleh als Mitglieder sowie Stephan Stracke, Katja Strauss-Köster, Franziska Kersten und Hanna Steinmüller als Stellvertreter. Ronald Gläser (143 Ja-Stimmen) und Volker Scheurell (147 Ja-Stimmen) sind nicht gewählt (S. 12869). Für das Gremium nach dem Bundesschuldenwesengesetz war eine Mehrheit von 316 Stimmen nötig. Nur Lukas Krieger erreichte sie mit 414 Ja-Stimmen. Michael Espendiller, Ines Schwerdtner, Rainer Groß und Sergej Minich sind nicht gewählt (S. 12870). Der Bundestag erteilte der Bundesregierung die Entlastung für das Haushaltsjahr 2024. Damit billigt er nachträglich, wie die Regierung den Haushalt geführt hat. Dafür stimmten CDU/CSU, Grüne und SPD, dagegen AfD und Linke (S. 12834). Die Aufforderung an die Regierung, die Feststellungen zu den Bemerkungen des Bundesrechnungshofes zu befolgen, nahmen alle an. Auch die Rechnung des Bundesrechnungshofes für 2025 billigten alle und entlasteten ihn (S. 12835). Ohne Aussprache genehmigte der Bundestag mit allen Stimmen, gerichtliche Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse zu vollziehen. Das ist nötig, weil Abgeordnete Immunität haben, also besonderen Schutz vor Strafverfolgung (S. 12779). Auf Empfehlung seiner Ausschüsse lehnte der Bundestag elf weitere Anträge der Opposition ab. Dazu zählen zwei Anträge der AfD und einer der Linken zur Notfallversorgung (S. 12782 und S. 12783), vier Anträge der Grünen zu naturverträglichem Tourismus, zum Handwerk, zur Chemieindustrie und zur Prüfung ausländischer Käufe von Energienetzen (S. 12832 und S. 12835) sowie Anträge der AfD gegen die EU-Brieftasche (S. 12859), zur Psychotherapie (zwei Anträge, S. 12835) und zur Pflege (S. 12900). Bei den Anträgen der Grünen stimmten AfD, CDU/CSU und SPD für die Ablehnung, die Linke enthielt sich. Bei den Anträgen der AfD stimmten alle anderen Fraktionen für die Ablehnung. Beim Antrag der Linken stimmten SPD, CDU/CSU und AfD für die Ablehnung, die Grünen enthielten sich. Elf Sammelübersichten zu zusammen 319 Petitionen nahm der Bundestag an, drei davon mit den Stimmen aller Fraktionen (S. 12832 bis S. 12834). Bei zwei Anträgen stritten die Fraktionen, welcher Ausschuss die Federführung bekommt. Den Antrag der AfD zu Rettungshundestaffeln bekam auf Wunsch von CDU/CSU und SPD der Innenausschuss. Dafür stimmten CDU/CSU, SPD und Linke (S. 12831). Den Antrag der Grünen zum Internationalen Strafgerichtshof bekam der Auswärtige Ausschuss. Dagegen stimmten nur die Grünen (S. 12832). Erst später wird entschieden: Zum ersten Mal beriet der Bundestag die BAföG-Reform der Bundesregierung (S. 12813) und den Gesetzentwurf zur Stärkung der Reserve (S. 12919 bis S. 12925). Beide gingen in die Ausschüsse, also in die Fachgruppen des Bundestages. Beschlossen wird erst später. In die Ausschüsse gingen ohne Abstimmung in der Sache auch die debattierten Anträge der AfD zur Migrationsbilanz (S. 12800), zu Gasspeichern und Kohlestrom (S. 12869), zur Pflegeversicherung (S. 12900) und zum Verlagspreis (S. 12930), die Anträge von Grünen und Linken zu Familien und Mutterschutz (S. 12830), der Antrag der Linken zur Energiearmut (S. 12883) und der Antrag der Grünen zur Türkei (S. 12916). Vier weitere Anträge der AfD überwies der Bundestag ohne Debatte (S. 12831). Am Ende stand das Gesetz der Bundesregierung zur psychosozialen Prozessbegleitung für Opfer schwerer Gewalt- und Sexualstraftaten in zweiter und dritter Beratung (S. 12930). Das Ergebnis dieser Abstimmung steht in der vorläufigen Fassung des Protokolls noch nicht, die Seiten ab 12933 fehlen dort. Die endgültige Fassung soll laut Protokoll am 20. Oktober 2026 erscheinen.
Was heißt das für mich?
Für viele Bürger hat vor allem das Gesetz zum CO2-Preis Folgen, denn es betrifft die Kosten beim Tanken und Heizen im Jahr 2027. Die Notfallreform ändert, wie Patienten im Notfall zur passenden Stelle gelotst werden. Das Gesetz zur digitalen Identität regelt eine digitale Brieftasche nach EU-Vorgaben. Die Bundeswehr bleibt im Roten Meer und im Südsudan im Einsatz. Die drei beschlossenen Gesetze gehen noch in den Bundesrat. Die BAföG-Reform und das Gesetz zur Reserve sind noch nicht beschlossen. Erst beraten die Ausschüsse, dann stimmt der Bundestag ab. Entschließungen und abgelehnte Anträge sind keine Gesetze.

Beispiele

  • Tanken und Heizen: Nach Angaben von Thomas Gebhart (CDU/CSU) wäre der CO2-Preis ohne das Gesetz ab dem 1. Januar 2027 kräftig gestiegen. Mit dem Gesetz werde er eingefroren (S. 12905). Daniel Rinkert (SPD) nannte als Ziel einen durchschnittlichen Preis von rund 66 Euro je Tonne CO2 im Jahr 2027 (S. 12903). Manuel Krauthausen (AfD) sagte dazu: „Doch das ist keine Entlastung, das ist lediglich die Verlängerung einer bestehenden Belastung.“ (S. 12904)
  • Notfall: Nach Angaben von Tanja Machalet (SPD) können Patienten weiter die 112 oder die 116 117 anrufen oder direkt in ein Integriertes Notfallzentrum gehen. Danach soll eine bundesweit einheitliche Ersteinschätzung sie an die passende Stelle lotsen (S. 12773). Joachim Bloch (AfD) kritisierte, dass es bei zwei Rufnummern bleibt (S. 12781).
  • Digitale Brieftasche: Nach Angaben aus der Debatte soll die d-you-Wallet am 2. Januar 2027 starten (Konrad Körner, CDU/CSU, S. 12859). Rebecca Lenhard (Grüne) sagte, wichtige Funktionen wie die pseudonyme Nutzung würden zum Start fehlen (S. 12857).
Worum ging es in der 102. Sitzung am 15. Oktober 2026?

Der Bundestag kam am Donnerstag, 15. Oktober 2026, zur 102. Sitzung der 21. Wahlperiode zusammen. Im Protokoll sind 134 Redebeiträge von 134 Abgeordneten aus 5 Fraktionen erfasst. Am häufigsten ging es um Wirtschaft & Finanzen, Innere Sicherheit, Soziales & Arbeit.

Welche Fraktionen kamen zu Wort?

Die Redezeit verteilt sich im Protokoll wie folgt (gezählt werden erfasste Beiträge, nicht Minuten): CDU/CSU 37, AfD 33, SPD 26, Grüne 23, Linke 15. Die Reihenfolge folgt der Anzahl der Beiträge.

  • CDU/CSU: 37 Beiträge von 37 Personen — Hans Theiss, Simone Borchardt, Anne Janssen, Detlef Seif, Markus Reichel, Florian Oest und 31 weitere · Quelle: Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll [17.10.26]
  • AfD: 33 Beiträge von 33 Personen — Nicole Hess, Alexis Giersch, Joachim Bloch, Hans-Jürgen Goßner, Ingo Hahn, Jan Feser und 27 weitere · Quelle: Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll [17.10.26]
  • SPD: 26 Beiträge von 26 Personen — Tanja Machalet, Christos Pantazis, Rasha Nasr, Daniela Rump, Svenja Stadler, Lina Seitzl und 20 weitere · Quelle: Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll [17.10.26]
  • Grüne: 23 Beiträge von 23 Personen — Janosch Dahmen, Kirsten Kappert-Gonther, Timon Dzienus, Schahina Gambir, Ayse Asar, Andrea Lübcke und 17 weitere · Quelle: Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll [17.10.26]
  • Linke: 15 Beiträge von 15 Personen — Stella Merendino, Ates Gürpinar, Clara Bünger, Nicole Gohlke, Kathrin Gebel, Jan Krampe und 9 weitere · Quelle: Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll [17.10.26]
Was sagten die Abgeordneten der CDU/CSU?

37 erfasste Beiträge. Zitiert ist jeweils der Beginn der Rede im Wortlaut des amtlichen Protokolls — ohne Kürzung im Satz und ohne Deutung. Den vollständigen Redetext enthält das verlinkte Protokoll-PDF.

Was sagten die Abgeordneten der AfD?

33 erfasste Beiträge. Zitiert ist jeweils der Beginn der Rede im Wortlaut des amtlichen Protokolls — ohne Kürzung im Satz und ohne Deutung. Den vollständigen Redetext enthält das verlinkte Protokoll-PDF.

Was sagten die Abgeordneten der SPD?

26 erfasste Beiträge. Zitiert ist jeweils der Beginn der Rede im Wortlaut des amtlichen Protokolls — ohne Kürzung im Satz und ohne Deutung. Den vollständigen Redetext enthält das verlinkte Protokoll-PDF.

Was sagten die Abgeordneten der Grünen?

23 erfasste Beiträge. Zitiert ist jeweils der Beginn der Rede im Wortlaut des amtlichen Protokolls — ohne Kürzung im Satz und ohne Deutung. Den vollständigen Redetext enthält das verlinkte Protokoll-PDF.

Was sagten die Abgeordneten der Linken?

15 erfasste Beiträge. Zitiert ist jeweils der Beginn der Rede im Wortlaut des amtlichen Protokolls — ohne Kürzung im Satz und ohne Deutung. Den vollständigen Redetext enthält das verlinkte Protokoll-PDF.

Wie ist diese Sitzung einzuordnen?

Diese Seite gibt wieder, was im amtlichen Protokoll steht: wer gesprochen hat und mit welchen Worten die Reden beginnen. Sie bewertet nicht, wer recht hat — dafür gibt es die Originalquelle und das eigene Urteil. Ob und wie an diesem Tag per Handzeichen abgestimmt wurde, steht im verlinkten Plenarprotokoll.

Woher stammen diese Angaben?

Alle Angaben stammen aus dem amtlichen Plenarprotokoll 21/102 des Deutschen Bundestages. Die Zitate sind unverändert übernommen.

Herausgeber: Sebastian Flack · Dieser Beitrag wurde KI-gestützt aus den laufend erhobenen PolitikCheck-Daten erstellt und nach unseren Prüfroutinen gegen die Quelldateien verifiziert. Jede Zahl trägt Quelle und Zugriffsdatum — gefundene Fehler bitte an info@politikcheck-deutschland.de.

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